Die Glocken rufen zum Gebet

 
Zweimal täglich, nämlich um 11.00 Uhr und um 19.00 Uhr, läutet die Glocke mit dem Namen „Wartburg“. Als Bibelvers ist ihr ein Wort aus dem Brief des Apostels Paulus nach Rom (12,12) aufgeprägt:
„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“
So will sie uns mitten im Alltag zum Innehalten einladen, um unsere je aktuelle Hoffnung und Trübsal kurz vor Gott zu tragen: Soviel Zeit kann eigentlich immer sein – und wenn die Zeit und Konzentration nicht einmal für ein ganzes Vaterunser reicht, so doch für einen tiefen Seufzer, ein bewusstes Aus- und Einatmen im Sinne von Kurt Marti:
„Da DU schon alles weißt, mag ich nicht beten.
Tief atme ich ein, lang atme ich aus.
Und siehe: DU lächelst.“
(siehe auch: Brief nach Rom 8,26)
 
Samstags läutet es schon um 18 Uhr und zwar mit allen vier Glocken.
Das heißt: „Es läutet den Sonntag ein.“
In früheren Zeiten wollte man bis dahin mit den letzten Arbeiten der Woche fertig sein: Die Gehwege waren gekehrt, man konnte in die Badewanne steigen… Dieses Ritual wird heute kaum noch jemand ausführen. Und auch der Beginn der Sportschau ist längst nicht mehr für alle ein Grund, zu dieser Uhrzeit alles andere erledigt zu haben. Doch mag es mittlerweile andere Rituale am Samstag um 18 Uhr geben, die einem spüren lassen: Es beginnt eine „heilige Zeit“. Wenn Sie keines haben, erfinden Sie doch eines…
Als Ihre Pfarrerin in Hauingen biete ich an:
Kommen Sie am Samstag um 18 Uhr während des Einläuten des Sonntags in die Kirche und halten Sie mit mir ein ca. 20minütiges kleines Abendgebet nach einer Liturgie der ökumenischen Iona-Community.
 
Sonntags hören Sie es im Laufe des Vormittags ganze vier Mal läuten:
Um 9.00 Uhr und um 9.30 Uhr geben die Glocken „Wartburg“ und „Heimat“ Signal, dass der Gottesdienst bald beginnt.
Etwa 10-7 Minuten vor 10 Uhr schaltet unser Kirchendiener alle vier Glocken ein, so dass das volle Geläut zum Gottesdienst einlädt!
Wenn es dann „irgendwann“ im Laufe der nächsten Stunde wieder läutet (Sie hören dann die Glocke mit dem Namen „Heimat“), dann können Sie wissen: Jetzt beten die Menschen in der Kirche das Vaterunser – und Sie können zuhause einstimmen!
 
So verbinden uns die Glocken vielleicht öfter und vor allem tiefer miteinander als wir gemeinhin annehmen…
 
Gottesdienste